Insolvenz-Verfahren gescheitert

Der Pommeraner: Fleisch- und Wurstwaren-Fabrik stellt ab sofort Betrieb ein

Der traditionsreiche Fleisch- und Wurstwarenhersteller „Der Pommeraner“ in Loitz, mit über 80 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern, hat zum 31. März seinen Betrieb eingestellt. (Symbolbild) © utaem2022/stock.adobe.com

Ein Traditionsunternehmen vor dem Aus: „Der Pommeraner“, ein Schwergewicht der Fleisch- und Wurstwarenproduktion in Mecklenburg-Vorpommern, stellt den Betrieb ein. Nach Jahrzehnten des Erfolgs und der Expansion sind nun alle Rettungsversuche gescheitert. Was bedeutet das für die 80 Beschäftigten und die regionale Wirtschaft?

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Ein schwerer Schlag für die regionale Wirtschaft: Der traditionsreiche Fleisch- und Wurstwarenhersteller „Der Pommeraner“ in Loitz, mit über 80 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern, hat zum 31. März seinen Betrieb eingestellt. Das bestätigte Rechtsanwalt Heiko Jaap von der Rechtsanwaltsgesellschaft Becker & Jaap auf Anfrage der Bauernzeitung. Jaap ist seit Spätsommer 2024 als Insolvenzverwalter für das Unternehmen tätig, das auch unter dem Namen der Gründerfamilie „Reggentin“ bekannt ist.

„Der Pommeraner“: Vom KONSUM-Betrieb zum Insolvenz-Fall

Die Wurzeln des Fleisch- und Wurstwarenherstellers reichen zurück zum KONSUM-Fleischverarbeitungsbetrieb in Demmin. 1996 wurde im Loitzer Gewerbegebiet ein neuer Firmensitz errichtet, der später mehrfach erweitert wurde. „Der Pommeraner“ expandierte in den Großhandel und ins Ausland und etablierte sich mit regionalen Spezialitäten. Ein ausgedehntes Filialnetz, das bis auf die Insel Usedom und in die Uckermark reicht, gehört zu den Standbeinen des Unternehmens.

Kaufzurückhaltung der Bevölkerung: Qualitätsprodukte leiden

Nach vielen erfolgreichen Jahrzehnten steht die Produktion nun still. Als Hauptgründe für die Insolvenz nennt Heiko Jaap die „gestiegenen Energiekosten“ und die „Kaufzurückhaltung in der Bevölkerung“. „Es wird teilweise auf minderwertige Produkte zurückgegriffen, weil die Bereitschaft, Geld für Qualitätsprodukte auszugeben, gesunken ist“, so Jaap gegenüber der Bauernzeitung.

„Der Pommeraner“: Warum die Insolvenz scheiterte

„Der Geschäftsbetrieb wurde nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 01.12.2024 uneingeschränkt fortgeführt“, erklärt Jaap. „Ich hatte die Hoffnung, dass der gesamte Betrieb im Wege eines Asset Deals veräußert werden kann. Hierzu gab es mit mehreren Interessenten Verhandlungen, die letztlich vollständig gescheitert sind. Daher war ich gezwungen, den Betrieb schließlich einzustellen.“

80 Mitarbeiter betroffen, Filialen gerettet

Von der gescheiterten Insolvenz und der damit unvermeidlichen Schließung des Unternehmens sind rund 80 Mitarbeiter betroffen. „Es ist jedoch gelungen, alle Filialen (insgesamt neun) an einen Mitbewerber zu veräußern“, so Jaap. „Die dort ca. 50 beschäftigten Mitarbeiter wurden vollständig übernommen. Insoweit konnten ca. zwei Drittel der Arbeitsplätze gerettet werden.“ Für die Mitarbeiter in der Produktion gebe es bereits Kontakte und Anfragen von anderen Unternehmen in der Region.

Für die Stadt Loitz sei die Schließung des Unternehmens ein herber Verlust an Wirtschaftskraft, betont Jaap: „Das Unternehmen war regional verankert und hatte seit Jahren einen hervorgehobenen Platz innerhalb der Wirtschaftsregion Vorpommern. Es ist schade, dass es trotz großer Bemühungen letztlich nicht gelungen ist, das Unternehmen zu retten.“

Die Belieferung des Betriebs erfolgte vorwiegend durch zwei größere Unternehmen, sodass Landwirte in der Region nicht sonderlich betroffen seien.

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