Bio-Verarbeiter Pfarrgut Taubenheim hat Insolvenz angemeldet
Das Pfarrgut Taubenheim hat einen Insolvenz-Antrag gestellt. Der Bio-Verarbeiter aus Sachsen ist dennoch zuversichtlich, dass eine Sanierung des Unternehmens gelingt.
Mit der Pfarrgut Taubenheim GmbH & Co KG in Klipphausen bei Meißen hat ein bekannter Bio-Verarbeitungsbetrieb aus Sachsen jetzt Insolvenz angemeldet. Wie Sophia Sucholas, eine der Geschäftsführerinnen des Unternehmens, bestätigte, habe der Verarbeitungsbetrieb am 25. März Insolvenz beantragt und sei nun im vorläufigen Insolvenzverfahren. Der Landwirtschaftsbetrieb Pfarrgut Taubenheim sei davon hingegen nicht betroffen.
Warum das Pfarrgut Taubenheim Insolvenz beantragen musste
Zum Verarbeitungsbetrieb gehören eine Hofmolkerei, eine Hofbäckerei und der dazugehörige Vertrieb. Entscheidend für die finanzielle Schieflage sei eine Investition in die Bio-Bäckerei gewesen, die eine bestehende, bereits an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßene Bäckerei ersetzte.
Bereits im Jahr 2016 geplant, begann der Bau jedoch erst 2021 und damit mitten in der Baukrise, als die Kosten enorm anzogen. Hinzu kamen im vergangenen Jahr unerwartet hohe Energienachzahlungen, die das Pfarrgut Taubenheim für das Jahr 2023 leisten musste. Man habe bereits an die finanziellen Reserven herangehen müssen und nun nicht mehr den „langen Atem“ gehabt, dies zu überbrücken, so Sophia Sucholas zu den Gründen für den Insolvenzantrag.
Kosten für Löhne, Rohstoffe und Energie belasten den Betrieb
Denn die Lage am Biomarkt stelle sich uneinheitlich dar. Anders als bei den großen Einzelhandelsketten seien im Fachhandel die Umsätze rückläufig. In der Bäckerei seien Produktionskapazitäten aufgebaut, aber noch nicht im gleichen Maße die Vermarktung gesteigert worden. „Wir sind nicht gut ausgelastet“, so die Geschäftsführerin. Die laufenden Kosten für Löhne, Rohstoffe und Energie belasten den Betrieb.

Hofmolkerei und Milchviehhaltung werden eingestellt
Die Geschäftsführung ist dennoch zuversichtlich, über das Insolvenzverfahren das Unternehmen sanieren zu können. Bereits vor der Beantragung der Insolvenz hat das Pfarrgut Taubenheim beschlossen, die Hofmolkerei und auch die Milchviehhaltung einzustellen.
Während in Taubenheim der Betrieb Bio-Trinkmilch abfüllte, ließ das Unternehmen in der Hofmolkerei des Hofgutes Pulsitz Joghurt und Quark in Lohndienstleistung herstellen.
Nachdem der Partnerbetrieb mitteilte, die Milchverarbeitung einzustellen, habe man auch in Taubenheim die den Entschluss gefasst, mit der Milch aufzuhören. Bis Mai verarbeitet der Betrieb noch Milch und liefert danach an die Gläserne Molkerei. Im September beendet der Landwirtschaftsbetrieb die Milchproduktion am Standort endgültig. Da man die Rinderhaltung aber als einen wichtigen Bestandteil eines Betriebskreislaufs verstehe, soll dann eine Mutterkuhherde aufgebaut werden.
Bio-Bäckerei bleibt bestehen
Bislang habe die Bäckerei die Molkerei quersubventioniert, gibt Sophia Sucholas zu verstehen. Die Einstellung von Milcherzeugung und -verarbeitung werde zum einen den Arbeitsaufwand reduzieren, zum anderen aber auch Potenzial für zusätzliche Vermarktungsanstrengungen freigeben. Fest stehe, so die Geschäftsführerin des Pfarrgutes Taubenheim, dass am Standort weiterhin eine Bio-Bäckerei betrieben werden soll. Der genaue Weg dahin sei aber noch offen.
Pfarrgut Taubenheim beliefert Kunden weiterhin mit Bio-Backwaren
Das Pfarrgut Taubenheim vermarktet seine Produkte fast ausschließlich als Lieferant von rund 110 Kunden im Großraum Dresden, darunter Geschäfte des Bio-Fachhandels, regionale Lebensmittelmärkte, Cafés und Pflegeheime. Die Belieferung der Kunden mit Bio-Backwaren durch das Unternehmen wird uneingeschränkt fortgesetzt. In Taubenheim betreibt das Pfarrgut darüber hinaus direkt im Dorf ein Hofcafé. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 30 Mitarbeiter.

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